Friday, June 24, 2005

 

Sihlcity – ein Mega-Bauprojekt unter den Fittichen der Credit Suisse

Seit Ende Juni 2003 entsteht im Süden von Zürich das bisher grösste private Schweizer Bauvorhaben, die Sihlcity, welche im Frühling 2007 eröffnet werden soll. Während meinen leider allzu seltenen Joggingabenden von Wiedikon zur Allmend bemerke ich jeweils staunend die Fortschritte der Mega-Baustelle mit unzähligen Kranen auf dem ehemaligen Areal der Sihl Papierfabrik. Unglaublich, was da wie schnell gebaut wird.
Auf 100´000 m2 entsteht während vier Jahren eine“ kleine Stadt in der Stadt“ mit 10 Restaurants, Bars und Cafés, zirka 90 Einkaufsgeschäften, einem Kinocenter mit 9 Sälen, einem Kulturhaus, Nachtlokalen, einem Wellnesscenter, einem Hotel mit 132 Zimmern sowie Dienstleistungsflächen, 16 Stadtwohnungen und 850 Parkplätzen.
Dabei werden 11 Neubauten errichtet und drei Altbauten den Bedürfnissen entsprechend umgebaut. Ziel ist es, am selben Ort alles unter einen Hut zu bringen, Arbeit, Wohnen, Essen, Geniessen und Freizeit, aber auch die Wirtschaft in Zürich Süd anzukurbeln. 2300 Arbeitsplätze können so geschaffen werden.

Die Miteigentümergemeinschaft Sihlcity setzt sich aus der börsenkotierten Swiss Prime Site und fünf Immobilienanlagegefässen zusammen, welche durch die Credit Suisse Asset Management verwaltet werden.
Ihre Investitionen belaufen sich auf ein Gesamtvolumen von 620 Millionen Franken.
Dabei setzen sich die fünf Immobilienanlagegefässe der Credit Suisse zusammen aus der
Credit Suisse 1a Immo Pensionskasse (Anteil 25%), CSA Real Estate Switzerland (Anteil 16.5%), Credit Suisse Real Estate Fund Interswiss (Anteil 12.9%), Credit Suisse Real Estate Fund Siat (Anteil 11.6%) und der Credit Suisse Real Estate Fund Property Plus (Anteil 9.8%). Die Swiss Prime Site AG (Anteil 24.2%) gehört zu den führenden Schweizer Immobilien-Investmentgesellschaften.
Die hohen Investitionen scheinen sich zu lohnen, da die Mieteinnahmen von Sihlcity auf ca. 40.5 Millionen Franken pro Jahr geschätzt werden und mit 20´000 Besuchern pro Tag gerechnet wird.

Tuesday, June 21, 2005

 

Das Bankgeheimnis schützt Verbrecher und Betrüger nicht

Heute wie in der Vergangenheit wird das in der Schweiz (welches auch in vielen anderen Staaten existiert, wenn auch nicht in gleichem Ausmass) geltende Bankgeheimnis immer wieder kritisiert, ja zum Teil sogar massiv! Trotzdem stehen Bundesrat und Banken sowie viele andere stets hinter dem Bankengeheimnis und erklären es (gerechtfertigterweise?) als legitim: das Bankgeheimnis steht nicht zur Disposition!
Aber was sind eigentlich Gründe, dass dieser Disput immer noch und nimmer wieder hoch aktuell ist? Wo liegen die Ursachen? Was sind die Gegenargumente? Hierzu einige Erläuterungen:

Natürlich ist ein Bankengeheimnis nur dann zu vertreten, wenn es von Regelungen flankiert wird, die seinen Missbrauch möglichst verhindern- es darf Verbrechern und Betrügern keinen Schutz gewähren und hat dafür zu sorgen, dass sogenannte Potentatengelder (= unrechtmässig erworbenes Vermögen) nicht entgegen-genommen werden.
Diese Regelungen gegen den Missbrauch wurden in der Schweiz in den letzten Jahren Schritt für Schritt ausgebaut, zuletzt mit dem Geldwäschereigesetz und dem Bestechungsverbot, die der Missbrauchsbekämpfung in hohem Masse beitragen.
In erster Linie sind die Banken gefragt, die notwendige Sorgfalt bei der Entgegennahme von (ausländischen) Geldern walten zu lassen. Zudem steht der EBK (= Eidgenössische Bankenkommission) mit ihrer Geldwäschereirichtlinie, zu der sich das Geldwäschereigesetz sowie das Korruptionsstrafrecht gesellen, ein schlagkräftiges Instrumentarium zur Verfügung.

Aber die Verbrechensbekämpfung ist nur ein Problem, das in Zusammenhang mit dem schweizerischen Bankengeheimnis immer wieder genannt wird. Ein weiteres ist jenes der Steuerhinterziehung, welches besonders der EU und ihrer Zinsbesteuerung „ein Dorn im Auge“ ist (in der Schweiz wird übrigens das Bankgeheimnis bei Steuerhinterziehung nicht aufgehoben, nur bei Steuerbetrug!). Während die EU ein Meldesystem will (welches bei Beteiligung der Schweiz die Aufhebung des schweizerischen Bankgeheimnisses erfordern würde), hat die Schweiz ein einfaches, aber bewährtes Verfahren, um der einfachen Steuerhinterziehung entgegen zu wirken- die Verrechnungssteuer:

Bei uns werden (vernünftige) Steuersätze mit einer Verrechnungssteuer von 35 Prozent verbunden, deren Kombination dazu führt, dass im Allgemeinen die Steuern entrichtet werden(!). Dieser Prozentsatz wird vom Bund auf den Ertrag aus beweglichen Kapitalvermögen (Zinsen, Dividenden etc.) und bei Lotteriegewinnen erhoben.
Es ist ein bewährtes System und letztlich wohl wirksamer als irgendwelche Meldeverfahren (gemäss Kaspar Villiger).
Dieser “Pfand“ soll also die Attraktivität der Schweiz als „Umgehungsterritorium“ mindern und lässt das Bankengeheimnis unangetastet.

Was aber beinhaltet dieses Phänomen „Bankgeheimnis“ eigentlich, das im Stande ist, so viel Lärm zu verursachen?
Man sollte vielleicht primär einmal erwähnen, dass das Bankengeheimnis korrekterweise Bankkundengeheimnis genannt werden muss, denn geschützt wird nicht die Bank, sondern eben der Kunde, genauso wie beim Arztgeheimnis nicht der Arzt, sondern der Patient geschützt wird. Es verlangt von Banken, ihren Vertretern und Mitarbeitern eine Schweigepflicht betreffs geschäftlicher Angelegenheiten ihrer Kunden- es gewährleistet also einen Vertrauensschutz für alle betroffenen Personen (unabhängig von ihrer Staatszugehörigkeit!). Diese berufliche Pflicht ist unter Strafanordnung zurespektieren, und wird bei Widerhandeln gemäss Art.47 BankG mit Gefängnis oder Busse bestraft.

Diese gesetzliche Verankerung tangiert in der Schweiz verschiedene Rechts-bereiche, bspw. das Zivilrecht durch den Schutz der Privatsphäre des Kunden via Persönlichkeitsschutz und Datenschutzrecht.
Dennoch sind dem Bankgeheimnis Grenzen gesetzt. Es ist einer Bank im Normalfall nicht erlaubt, von sich aus die Aufhebung des Bankgeheimnisses zu beschliessen. Dennoch gibt es Ausnahmen (siehe BankG), die es von einer Bank verlangen, einer Behörde (auf richterliches Anordnen) Auskunft zu geben (gegen den Willen des Kunden), wenn es andere Gesetze erfordern (zB. Strafrecht, Schuldbetreibungs- und Konkursrecht), oder vor Gericht auszusagen (in diesem Zusammenhang sind auch die gängigen Verfahren der Rechts- und Amtshilfe zu erwähnen):
Das schweizerische Bankengeheimnis ist also nicht absolut!.

Es gilt abschliessend noch beizufügen, dass es niemand mag, wenn ihm jemand (zB. eben der Staat) ins Portemonnaie schaut. Und darum kennt die Schweiz seit längerem auch das Bankgeheimnis. Und angesichts der Tatsache, dass heute wieder vermehrt eine Tendenz hin zu mehr *privacy“ auszumachen ist - eine Tendenz gegen den „gläsernen“ Bürger – liegt das Bankengeheimnis geradezu im Trend!

Monday, June 20, 2005

 

Was die Fliegen auf den Dreck lockt
oder wie man einen Vorlesungssaal möglichst ineffizient füllt

Manch einer mag sich schon gefragt haben was es ist, das die Fliegen auf den Dreck lockt und nach langem Überlegen wahrscheinlich zum Schluss gekommen sein, dass es etwas mit dem Überlebenstrieb zu tun haben mag und dass die Fliegen den Dreck unglaublich gern haben müssen.

Genau derselbe Trieb scheint die Studenten in den Vorlesungssäälen dazu zu treiben als allererstes die äussersten Plätze zu belegen und dann mit Unzufriedenheit und leicht genervter Miene aufzustehen, wenn die Studenten, die keinen der begehrten äussersten Plätze erwischt haben, sie bitten, sie vorbeizulassen. Dieses Spiel wiederholt sich dann beliebig oft, je nach Anzahl Studenten und Grössen der Bankreihen, so dass man im Allgemeinen amüsiert* zuschauen kann, wie sich der Saal von aussen nach innen so allmählich füllt**.

An dieser Stelle möchte ich das Gegenargument und die Verteidigung, dass es die aussen sitzenden Studenten doch sicherlich sehr eilig haben nach der Vorlesung rauszuspringen um den Zug oder ähnliches zu erwischen statistisch dementieren, denn oft erhebt sich der innere Teil der Studenten eher und wartet dann mit einer ordentlichen Portion Geduld in einer Schlange, bis die Dame (es könnte auch ein Herr sein) ganz aussen ihre sieben Sachen und das Handy eingepackt hat.

Ha! da fällt mir doch noch ein Argument ein um aussen zu sitzen: Die optimale Fluchtposition bei Feuer und sonstigen Katastrophen. Wobei mir doch einige Zeitungsartikel vor dem inneren Auge erscheinen, wonach es bei panikartigen Fluchtversuchen*** immer wieder zu Toten durch Niedertrampeln kommt. Wenn wir nun alle Aussagen vereinen, könnte man auf den Gedanken kommen, dass es wahrscheinlich nicht die Leute in der Mitte sind, die zu Tode getrampelt werden.

*) ausser man ist selbst einer der beteiligten Parteien
**) ev. könnte der ASVZ einen separaten Kurs für die Oberschenkelmuskulatur anbieten, damit das Aufstehen und sich wieder Setzen mit der Zeit leichter fällt und man nicht mehr so böse angeschaut, sondern belächelt wird, wenn man vorbei möchte.
***) man möge dem negativen Touch in diesem Wort Rechnung tragen


Sunday, June 12, 2005

 

Ethik der Banken oder doch Banken ohne Ethik?

Banken im Spannungsfeld zwischen ökonomischer Rationalität und ethischem Verhalten

Das Bankgewerbe war wohl schon immer eine ganz besondere Branche, denn sie hat es mit dem für eine Volkswirtschaft wohl wichtigstem Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel zu tun: Geld. Normalerweise kann Geld als ethisch neutrales Medium angesehen werden, dessen Bereitstellung im allgemeinen Interesse liegt. Aber an Finanzmärkten wird Geld nur bedingt gehandelt, es geht dort vielmehr um Informationen. Informationsökonomisch kann man von einem öffentlichen Gut sprechen. Dieses öffentliche Gut besitzt eine Nicht-Rivalität und eine Nicht-Ausschliessbarkeit, eine mehrfache Nutzung unter den Abnehmern ist damit möglich. Es kommt zu einer Unterproduktion von Wissen; gegen diese Unterproduktion schreitet die Bankenaufsicht ein. Für die Effizienz der Informationen sind gesetzliche Regelungen, wie das Insiderverbot entstanden, das im Compliance - Ansatz Ausdruck findet. Man merkt schnell, dass aufgrund dieser Aspekte kein anderer Wirtschaftssektor so stark reguliert wird, wie der Bankensektor.
Ist durch gesetzliche Regelungen die Rechtfertigung vor der Gesellschaft schon erledigt?
Ethische Fragestellungen werden für Banken und Unternehmen immer mehr zu einem kritischen Erfolgsfaktor. Einer ethisch geprägten Geschäftsauffassung kommt damit eine völlig neue Bedeutung zu. Die Bank darf sich nicht mehr nur am Gewinnprinzip orientieren, sondern muss auch zunehmend eine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Gründe hierfür sind vor allem die wachsende Bankenkritik in der Öffentlichkeit, verschärfte Gesetze und Regulierungen zugunsten von Kunden und Verbrauchern sowie steigende Folgekosten illegaler Handlungen von Bankmitarbeitern und eine generell höhere Bedeutung moralischer Wertüberzeugungen auf den Geld- und Kapitalmärkten, sowie die letztendliche Erkenntnis, dass moralisches Handeln und unternehmerischer Erfolg sich nicht ausschließen, sondern sich gegenseitig bedingen. Dies hängt neben der besonderen Bedeutung des Kreditwesens für eine Volkswirtschaft vor allem auch damit zusammen, dass das Kredit- und Börsengeschäft sehr abstrakt ist, eine beidseitig hohe Vertrauensbereitschaft voraussetzt und somit Missbräuche weniger handgreiflich und sichtbar sind, als dies in anderen Wirtschaftsbereichen der Fall ist.
Die Entwicklung der kreditwirtschaftlichen Rahmenordnung macht deutlich, dass die gesetzlichen Anreize für die Banken, sich mit unternehmensethischen Fragen auseinander zu setzen deutlich zugenommen haben. Eine Änderung des Schuldprinzips vom Individualverschulden hin zum Organisationsverschulden und eine strukturelle Verantwortungszuweisung an das Bankmanagement könnte eine grundsätzliche Umorientierung zugunsten eines organisierten Managements für Reputation und Wohlverhalten notwendig machen.

Thursday, June 09, 2005

 

Dienst am Kunden?

Kundenberater auf der Gratwanderung zwischen Zielerfüllung des Managements und Zufriedenstellung der Kunden

Es scheint ein Trend der Grossbanken zu sein,trotz der werbeträchtigen Botschaft - der Kunde sei im Mittelpunkt und erhalte massgeschneiderte Lösungen - nun die Interessen der Bank in den Mittelpunkt zu stellen. Wie wir nur zu gut wissen, hat sich das Stellenprofil des Kundenberaters in den letzten Jahren stark verändert. Zählten vor 10 oder 20 Jahren noch vermehrt Werte wie Sozialkompetenz, langjährige gepflegte Kundenbeziehungen oder Charisma, sind es heute die nackten Zahlen, an denen der Kundenberater gemessen wird. Der Druck ist immens und fördert auch die Tatsache, dass den Kunden leider nicht primär das Produkt empfohlen wird, welches am besten für sie wäre, sondern welches der Bank am meisten Profit abwirft.

So stehen die Berater in einem ständigen Zwiespalt, einerseits den Kunden ehrlich beraten zu wollen, und andererseits dafür zu sorgen, dass die Bonus-Kasse anständig gefüllt wird. Dieser Interessenskonflikt ist sicherlich schwer auszutragen und sorgt für ein sehr angespannte Verhältnisse zwischen Frontbereich und Management. Auf Grund solcher, in die Praxis umgesetzten Methoden der Banken scheint es nur logisch, dass eine Grossbank 8 Milliarden Gewinn macht und zugleich ihre Spesen anhebt, sowie die Zusatzleistungen für die Mitarbeiter streicht.

Angesichts dieser Entwicklung werden wir es uns reiflich überlegen, ob wir in Zukunft auf Ratschläge der Kundenberater hören sollen.
Allerdings müssen wir jedoch sagen, dass diese Entwicklungen vor allem im Bereich der Grossbanken im internationalen Sektor stattfinden. Es ist nicht auf jede Bank übertragbar! Wie dort genau das Verhältnis Kundenwünsche – Bankgewinn aussieht, ist bleibt zu prüfen

-joemi

Monday, May 30, 2005

 

Selbstkritische Töne der Bankenkommission

Votum für eine differenzierte, marktnahe Regulierung

Katsiaryna Hrykhanava
Dejan Balaban

Kommentar: Es ist selten zu sehen, wie man die Kritik auf sich selbst ausübt. Grossen staatlichen Institutionen fällt das besonders schwer und wir freuen uns, ihnen ein vorbildliches und erleuchtendes Beispiel der EBK zu zeigen. Wir leben in einer Zeit der zunehmenden Regulierung, die immer häufiger einen „larpourlartistischen“ Charakter nimmt. Deswegen jubeln wir diese Aussage von Herrn Kurt Hauri, Präsident der EBK, und hoffen, dass seine Kollegen in anderen Länder sein Beispiel folgen werden, auch wenn das nur am Ende der Karriere getan wird. Es ist nie zu spät, oder?

Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) hat sich an einer Medienkonferenz für eine differenzierte, marktnahe Regulierung in der Bankenbranche ausgesprochen. Um regulatorische Fehlenentwicklungen zu vermeiden, will die Behörde verstärkt mit der Bankiervereinigung, dem Dachverband der Banken, zusammenarbeiten.

Kurt Hauri, Präsident der EBK, sprach sich für eine umsichtige, auf den Markt ausgerichtete Regulierung in der Bankenwelt aus. Mit seinen versöhnlichen Worten stellte sich der EBK-Präsident Vorwürfen entgegen, seine Behörde leiste mit ihrer „Swiss finish“-Mentalität und ihren musterschüler-Ambitionen der Überregulierung der Branche Vorschub. Vor allem der Dachverband der Banken, die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg), hatte sich in der Vergangenheit für ein ausgewogeneres Kosten-Nutzen-Verhältnis von regulatorischen Vorhaben ausgesprochen. Dies vor allem will Regulatoren dazu neigen, die Kosten der Regulierung, die sich nicht selbst tragen müssen, zu unterschätzen – und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Branche gefährden können. Normen, die im Inland wettbewerbsneutral sind, können den grenzüberschreitenden Wettbewerb verzerren.

ZUR KOOPERATION BEREIT

Der EBK gebührt Anerkennung dafür, dass sie in sich gegangen ist und zu verfeinerten Erkenntnissen über Umfang, Tiefe, Dichte und Differenziertheit zweckmässiger regulatorischer Vorhaben gekommen ist. Aus ihrer – neuen – Sicht müssen Regeln einfach und marktnah sein; sie haben den Besonderheiten und der Grösse einer Bank Rechnung zu tragen und sollen die Risiken der betriebenen Geschäfte berücksichtigen. Mit diesen Selbsterkenntnissen wendet sich die EBK endgültig von der Haltung ab, dass eine regulatorische Norm in undifferenzierter Weise für alle unterstellten Institute zu gelten habe. Um nicht in altes Fahrwasser zu geraten, hat sich die EBK nach einer Aussprache mit der SBVg auf einen Regulierungsprozess geeignet, der die gewonnenen Erkenntnisse berücksichtigt und stärker als bisher auf Zusammenarbeit abstellt. So sollen künftig zu Beginn eines jeden Projekts von den Spitzen der EBK und der SBVg gemeinsam Leitplanken gesetzt, Varianten gesucht und Differenzierungsmöglichkeiten ausgelotet werden. Ziel ist es, das Risiko von Fehl- und Überregulierungen von Beginn weg zu reduzieren.

ERWEITERUNG DER BASEL-II-MENUS

Dieser neue regulatorische Ansatz kam erstmals in der Umsetzung der revidierten Eigenkapitalvereinbarung des Basler Ausschusses (Basel II) zum Tragen. In Absprache mit der SBVg wird der Menu-Plan, den die Väter von Basel II ausgearbeitet haben, erweitert – das sogenannte Standardverfahren zur Messung und Gewichtung von Kreditrisiken ist für hiesige Banken um eine Variante erweitert worden. Nebn dem schweizerischen Standardverfahren, das auf Universalbanken und auf Institute ausgerichtet ist, die einen möglichst geringen Umstellungsaufwand wünschen, steht nun auch ein internationales Standardverfahren zur Auswahl. So will man den Bedürfnissen von mittelgrossen, international ausgerichteten, börsenkotierten Schweizer Banken entsprechen, die überdies ihre Rechnung nach international anerkannten Standards ablegen.

Offenbar sind diese Banken, die oft über ein Rating verfügen und regelmässig von Rating-Agenturen bewertet werden, nicht primär an der Einsparung von regulatorischen Eigenmitteln interessiert. Aus Gründen der Transparenz und Vergleichbarkeit wollen sie das Basel-II-Regelwerk möglichst unverändert übernehmen. Um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern, müssen jene Institute, die ihre Kreditgeschäfte nach diesem internationalen, weniger „risikointensiven“ Standardverfahren berechnen, eine stärkere Eigenkapitalbasis vorweisen. Neben den erwähnten Standardverfahren steht noch ein hochkomplexes Verfahren (Advanced Internal Ratings Based Approach – AIRB) zur Verfügung, das nur für die beiden Grossbanken in Frage kommt.

Wednesday, May 25, 2005

 

Welche Schweizer Bank bietet die besten Konditionen für neu gegründete Kapitalgesellschaften – einige Auswahlkriterien.

Ausgangslage bildet die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung(GmbH), wo das Stammkapital von CHF 20'000.- vollumfänglich einbezahlt wird. Zudem wird davon ausgegangen, dass die gesamte Finanzierung vollumfänglich durch EK gedeckt wird, resp. keine Kredite aufgenommen werden müssen.
In diesem Fall wird zur Gründung einer GmbH das Hinterlegen von CHF 20'000 bei einer Bank notwendig. Die Bank blockiert das Geld und schreibt eine Kapitalhinterlegungsurkunde. Die Bank verlangt dabei unterschiedliche Tarife für die Kapitalhinterlegung. Im Schnitt muss für die Bestätigungsurkunde 250.00-300.00 CHF bezahlt werden. In diesem Kostenpunkt unterscheiden sich die Banken aber nicht wesentlich voneinander. Es gibt andere, weit wichtigere Auswahlkriterien.
Nach erfolgreicher Gründung der GmbH wird das Geld für die Geschäftstätigkeit freigegeben. Es stellt sich dann die Frage, ob bei derselben Bank, wo man das Kapital hinterlegt hat, auch ein Geschäftskonto eröffnet werden soll oder ob es allenfalls sinnvoll ist, eine andere Bank zu wählen.
Dies sollte ebenfalls bereits von Beginn weg bestimmt werden, sodass man bei der ohnehin arbeitsintensiven Gründungszeit nicht noch unnötige Zeit verliert.
Wichtige Kriterien bei der Wahl des Geschäftskontos bilden einerseits die Kontoführungskosten, andererseits die jährlichen Zinserträge, auf welche wir, der Kürze wegen, nicht näher eingehen werden. Allenfalls von Interesse sind die Konditionen für Kreditkarten. Diese werden im Normalfall bei den meisten Banken von einer separaten Kreditkartengesellschaft ausgestellt. Die Konditionen sind aber auch hier sehr unterschiedlich, obwohl die Kreditkartengesellschaft bei vielen Banken die gleiche ist.
Ein weiteres, vielfach vernachlässigtes Kriterium ist der Bekanntheitsgrad resp. das Renomée der Bank. Dabei scheinen z.B. in der Schweiz die UBS und die CREDIT-SUISSE der POST, RAIFFEISEN und der ZKB einen Schritt voraus zusein, was das Image im B2B-Bereich betrifft. Viele mögen dieses Kriterium als Detail abtun. In der Praxis ist es für viele Firmen in der Startphase aber unheimlich wichtig, bis ins Detail alles überlegt zu tun, wollen Sie das Vertrauen und somit Aufträge von grossen Firmen gewinnen. Das Image des Startups gegenüber seinen Kunden ist unheimlich wichtig! Da kann z.B. die Angabe des Postkontos bei Rechnungsstellung beim Kunden den Eindruck erwecken, dass es sich um eine eher kleine Firma mit wenig Sicherheiten handelt, da die POST v.a. bei kleineren Firmen verbreitet ist.
Desweitern gibt es noch eine Menge anderer bankenspezifischen Faktoren, die den Entscheid für das richtige Konto beeinflussen und hier nur noch am Rande stichwortartig erwähnt seien:
- die verzögerten Zahlungsaus-/ Zahlungseingänge bei der POST
- Nachteile mit ausländischen Kunden bei der POST
- Eher schlechte Verfügbarkeit und Usability des Online-Banking-Systems der RAIFFEISEN
usw.

Zusammenfassend kann gesagt, dass es sich lohnt, die Konditionen und Angebote verschiedener Banken genau zu überprüfen, bevor man ein Geschäftskonto eröffnet. Dabei spielen nebst den Hardfactors(Kontoführungskosten, Zinsen) auch die Softfactors(Renomée, usw.) eine matchentscheidende Rolle.


Hänsel&Gretel
 

Welche Anreize schaffen Banken für Studenten?

Sich im vielfältigen Kontenangebot der verschiedenen Grossbanken zurechtzufinden ist nicht immer einfach. Gerade für Studierende ist es schwierig sich zwischen den Angeboten zu entscheiden, denn es locken viele Banken mit Spezialkonditionen, Vergütungen und Zusatzboni.
Wir stellten uns die Frage, welche Bank für uns Studierende ein optimales Angebot offeriert.
Deshalb haben wir einige Banken im Raum Zürich einmal genauer unter die Lupe genommen.

Das Studentenkonto der UBS nennt sich UBS Campus Privatkonto und wird für Personen von 18 bis 30 Jahren in einer mindestens 2-jährigen Vollzeitausbildung angeboten. Die Vorzüge dieses Kontos sind kostenlose Kontoführung, monatliche Kontoauszüge sowie der kostenlose jährliche Kontoabschluss.
Zu erwähnende Extraleistungen:

Der Zinssatz für dieses Konto beträgt 1%.
Für Studienabgänger bietet die UBS keine besonderen Dienstleistungen an. Nach dem Studienabschluss wird somit das Campus Konto in ein Privatkonto umgewandelt.

Bei der CS wird das Academica Privatkonto für Studierende angeboten. Auch hier können Studenten im Alter von 18 bis 30 Jahren, welche an einer Hoch- oder Fachhochschule studieren, ein solches Konto abschliessen. Auch bei diesem Konto wird eine kostenlose Kontoführung, monatliche Kontoauszüge sowie ein kostenloser jährlicher Kontoabschluss angeboten.
Zu erwähnende Extraleistungen:

Auch bei der CS beträgt der Zinssatz 1%, jedoch gibt es hier ein zusätzliches Angebot für Studienabgänger.
Diesen wird nach ihrem Hoch- oder Fachhochschulabschluss das Academica plus Privatkonto für 2 Jahre oder bis Erreichen des 30. Altersjahres angeboten. Dieses Konto bietet weiterhin eine gratis Maestro Karte sowie die oben erwähnte Kreditkarte. Jedoch betragen die Kontogebühren neu 5.- pro Monat. Im Vergleich zum Privatkonto der UBS bei dem die Gebühren pro Monat gratis (falls Vermögen mind. 10'000.-) oder 2.- bei Zahlungsverkehr über E-Banking betragen.

Bei der ZKB präsentiert sich folgendes Bild. Auch hier wird ein Studentenkonto mit dem Namen Bildung plus Konto für 18- bis 30-Jährige angeboten. Wie bei den beiden oben bereits erwähnten Konten sind auch hier die Kontoführung, die monatlichen Kontenauszüge sowie der Kontoabschluss kostenlos. Zu erwähnende Extraleistungen sind:

Der Zinssatz bei der ZKB beträgt jedoch nur 0.75%. Ausserdem wird auch hier kein weiterführendes Konto mit speziellen Konditionen nach Abschluss des Studiums angeboten.

Bei der Raiffeisen Zürich bietet sich uns ein etwas anderes Bild. Hier gibt es zwar ein Jungendkonto, jedoch nur für 15- bis 23-Jährige, es ist somit kein eigentliches Studentenkonto. Auch dieses Konto ist gebührenfrei, zusätzlich erhält man eine kostenlose Maestro- sowie Museums-Karte. Der Zinssatz beträgt hier 1.25%.

Für uns hat sich mit dieser Gegenüberstellung eigentlich keine Bank enorm in den Vordergrund gedrängt. Das Angebot der CS, ZKB und der UBS für Studierende ist sicherlich vielfältiger als jenes der Raiffeisen, da anzunehmen ist, dass man mit einem Alter von 23 Jahren das Studium noch nicht beendet hat und das Angebot auch in Bezug auf die Extraleistungen den anderen hinterherhinkt.
Auffällig ist für uns, dass die ZKB mit spezifischen Dienstleistungen wie die NightCard oder die Gratiskopien besser auf die Bedürfnisse der Studenten eingeht. Hingegen sei dahingestellt, ob Studierende sich eher für höhere Zinssätze oder spezifische Dienstleistungen interessieren.
Zudem haben wir mehrere unserer Kommilitonen gefragt inwieweit sie die Sonderkonditionen ihres Kontos nutzen, und mussten feststellen, dass sich die meisten gar nicht darüber informiert haben und somit auch nicht (aus-)nutzen.


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